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Der spanische Erbfolgekrieg (1702-1714) |
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| Phillipp V: von Spanien |
In Spanien war der Thron verwaist; Frankreich und Deutschland erhoben Erbansprüche, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen, zum sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg (1702-1714) führten. Bereits am 27. 10. 1702 hatten die Franzosen Trier und am 30. Oktober 1702 Bernkastel genommen.
,,Am 30. Oktober 1702 hat der General Comte de Tallard, dem Amt Bernkastel 14000 livres Kontributionen, mündlich zu Pferde sitzend, zu Bernkastel andiktiert, mit Befehl, solche 14 000 livres in zwei Tagen zu bezahlen, oder der Plünderung gegenwärtig zu sein.
Nur 36 Haushalte konnten zu dieser Kriegslast beisteuern, ein verschwindend kleiner Teil, wenn nach der Zählung des Jahres 1713 in Bernkastel 260 Haushalte bestanden. Dabei rechneten die Juden nicht mit, die ja nicht zur allgemeinen Steuer herangezogen wurden und eine eigene Steuer zahlten, den sogenannten Judenzoll.
Sicherlich hatte es der General eilig, da er keinen Zahlungsaufschub gewährte; wenige Tage später nahm er mit seinen Soldaten schon Trarbach ein.
Nun hatten also die Franzosen zum zweitenmal - 1689 und jetzt 1703 - die Mauern und Pforten der Festung Bernkastel zerstört. Weil nach Eintrag im Bernkasteler Schöffenbuch vom 5. März 1719 der Johann Schmied als Pförtner angenommen wird und Lohn haben soll, so wie die alten Baurechnungen ausweisen, kann angenommen werden, daß die Stadt Bernkastel von 1703 ab 16 Jahre lang auch in der Nacht unverschlossen lag.
Mit wechselndem Glück zogen sich die Kriegshandlungen über zehn Jahre hin und ließen die moselländische Bevölkerung nicht zur Ruhe kommen. Wenn die Bewohner nicht mit Kontributionen in Geld gequält wurden, mußten sie Einquartierungen über sich ergehen lassen, mußten Schanzarbeiten leisten, Wagenfahrten für Freund und Feind ausführen und Lieferungen von Lebensmitteln, Futtermitteln für ihre Pferde erfüllen und die Schiffer gar ihre Schiffe zur Verfügung stellen.
Wie muß das moselländische Volks aufgeatmet haben, als 1713 endlich Friede geschlossen wurde und die fremdländischen Truppen das Land verließen. Ob sie so recht dem Frieden trauten, denn die Vergangenheit lehrte sie, daß kein Friede von Dauer war.
Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit, Franz Schmitt