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Schinderhannes und die Gendarmen |
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| Foto aus dem Film Schinderhannes mit Curd Jürgens |
Wir wissen nicht, war es in Staudernheim oder Mengerschied, wo nachstehende lustige
Geschichte passiert ist:
Vier durstige Gesellen saßen in der Schenke, waren munter und guter Dinge. Plötzlich
hörten sie Pferdegetrappel und bald darauf sprengten zwei Gendarmen auf den Hof.
"Herr Wirt, einen Kümmel, wir sind auf der Suche nach Schinderhannes, der sich
hierherum aufhalten soll und haben voraussichtlich noch eine harte Tour vor uns!"
"He, Kameraden, kommt herein und ruht euch von euren Strapazen ein wenig aus",
rief einer der vorhin erwähnten Zecher. "Ihr seid wackere Beamte und es soll uns
nicht darauf ankommen, euch eine Flasche Wein zum besten zu geben!" Gerne folgten die
Gendarmen der Aufforderung und bald saßen alle gemütlich bei ihrem Wein und bliesen
behaglich die Wolken aus ihren Pfeifchen. Der eine der vier Burschen verließ dann ohne
Aufsehen das Zimmer; kurz darauf ertönte vom Fenster aus ein unbändiges Gelächter.
Verwundert sahen alle um sich und erblickten ihren seitherigen Zechgenossen, der sich vor
Lachen kaum halten konnte. "Ihr wollt Gendarmen sein", rief er den Beamten zu,
"und kneipt mit dem Schinderhannes?" "Auf, fangt ihn, wenn ihr schnelle
Beine habt!" Damit war der Bursche vom Fenster verschwunden, Die Gendarmen rannten in
den Stall, schwangen sich auf die Pferde, um den Flüchtling einzuholen, aber, o weh! Kaum
waren sie zu dem Stall draußen, fielen sie unsanft von den Pferden, - Schinderhannes
hatte die Sattelgurten losgeschnitten.
aus "Heimatkunde des Hunsrücks" Druck u. Verlag Jac. Heinr. Walter 1921
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