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Schinderhannes in der Bauernstube |
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| Schinderhannes zeitg. Stich |
Auf seinen Streifzügen kommt Bückler an eine Bauernhütte. Auf sein Pochen öffnete ihm ein altes Weibchen; in der Stube steht der Mann und macht Fackeln. Schinderhannes fragt im Lauf des Gespräches, ob sie sich nicht vor den Räubern fürchten? "O nein", erwidert der Alte, "der Schinderhannes tut den Armen nichts; aber ich möchte doch eine Sicherheitskarte haben, weil ich seinen Leuten nicht recht traue." Bückler nimmt aus seiner Tasche eine Flasche Wein und schenkte sie dem Bauer. "O Gott", ruft plötzlich der Bauer, "da kommen Bewaffnete, ich bin verloren!" Schinderhannes, in der Meinung es seien Gendarmen, entflieht in die anstoßende Kammer. Gleich darauf wird die Tür aufgerissen und vier bis an die Zähne bewaffnete Räuber treten ein. Sie packen den Bauern und sein Weib, werfen sie zu Boden und verlangen Geld. Zitternd und zähneklappernd nestelt der Bauer den Rest seines kleinen Vermögens, bestehend aus 13 Groschen, aus seinem Geldbeutel, aber die Räuber schreien: "Wenn du Wein trinken kannst, du Kerl, dann hast du auch Geld!" Eben schicken sie sich an, die armen Leute auf's neue zu mißhandeln, da erscheint Schinderhannes in der Kammertür. Erschrocken lassen die Räuber ihre Opfer los, doch Schinderhannes reist seine Pistole aus dem Gürtel und ein Schuß zerschmettert den Schädel des Rädelsführers. Die anderen drei ließ er später drei Tage lang krumm schließen und Hungern.
aus "Heimatkunde des Hunsrücks" Druck u. Verlag Jac. Heinr. Walter 1921
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