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Der Hunsrück profitiert heute vom Schinderhannes

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Burgruine Baldenau im November 1998. Hier war Schinderhannes in einen Mord verwickelt

In der Zeitung "Die Zeit" vom 25. Nov. 1983, dem Gedenkjahr des Schinderhannes, schrieb Karola Sack in dem oben genannten Artikel folgendes:
"Dankbar sind die Hunsrücker heute, reiche und arme, besonders die Kaufleute, daß es ihn gegeben hat, den Schinderhannes. Seine Bande raubte einst ihre Berufsgenossen so erfolgreich aus, daß er zum Schrecken der Gegend wurde.

Schon zu seinen Lebzeiten bildeten sich um seine Person Legenden, und als romantische Abenteuerfigur lebt er in Erzählungen, vor allem aber auch in den Prospekten der Touristikunternehmen fort. Die Gemeinden pflegen deshalb sorgfältig alle Stätten, wo er gehaust, sich versteckt hat, wieder auftauchte oder eingesperrt worden ist. So sind die Orte seines Wirkens zu Anziehungspunkten für die Fremden geworden. Der ganze Hunsrück profitiert heute von den alten Untaten.

Sage keiner, es gebe keine Gerechtigkeit auf dieser Welt."Und damit hat diese Frau den Nagel auf den Kopf getroffen. Warum stirbt dieser Räuberhauptmann nicht, der "edle"."geliebte", "unsterbliche" "heitere", " humorvolle" "Sympathische" "freigebige" "gerechte" " mutige " "tapfere", "treue" usw. usw. Schinderhannes? Wenn man schon vom kleinen Kind sagt, daß keines von allen Gefühlen so tief in ihm verwurzelt sei als das Gerechtigkeitsgefühl, und daß es nie vergessen werde, wenn man ihm Unrecht getan habe, so gilt dies—damals wie heute—im gleichen Maße für die damalige arme, gequälte, ausgeplünderte und zutiefst notleidende Hunsrückbevölkerung.

Im Schinderhannes sah sie einen Anwalt der Gerechtigkeit, ob zu Recht oder Unrecht, das war ihr gleich, sie wollte einfach in ihm einen Menschen sehen, der den uralten Schrei der Menschheit nach Gerechtigkeit verwirklichen wollte, der den Palästen den Krieg, den Hütten den Frieden bringen wollte.

Quelle:Jahrbuch des Kreises Bernkastel-Kues 1985

 

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