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Der Wolf und das Kind |
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das Schloß von Veldenz vor seiner Zerstörung 1681-82 |
Glücklich und zufrieden lebte Gräfin Jutta mit ihrem Gatten auf der Burg Veldenz. Beider ganzer G1ück war ihr Töchterchen Agnes. Die Sommermonate verlebte das Kind im Hause des Gornhauser Zenters, wo es fröhlich und frei herumtrollte. Als es eines Tages auf dem Rasen vor dem Hause spielte, kam ein großer Wolf gelaufen, packte es und rannte mit ihm davon. Auf dem Felde arbeitende Bauern, die den Vorgang aus der Ferne mit ansahen, liefen mit ihren Heugabeln hinter dem Räuber her, um ihm das Mädchen wieder abzujagen. Auf die Nachricht vom Raub ihrer Tochter lief Frau Jutta voller Verzweiflung in die Schloßkapelle. Sie nahm das Jesuskind aus dem Arm der Heiligen Jungfrau und drohte: "Ich gebe dir deinen Sohn nicht eher wieder, ehe du mir nicht mein Kind unversehrt zurückgegeben hast". Die Gottesmutter erhörte die verängstigte Gräfin.
Die Bauern, die der Wolfsspur nachgegangen waren, fanden Agnes verlassen im Walde. Als man sie fragte, wo der Wolf geblieben sei, antwortete sie:" Der Mummart ist fort, aber er hat mich am Halse gebissen".
Frau Jutta schloß ihr gerettetes Kind überglücklich in die Arme. Dann eilte sie in die Schloßkapelle und gab der Heiligen das Jesuskind zurück, sie gleichzeitig um Verzeihung für ihre ungute Tat bittend.
Lit: Die Grafschaft Veldenz in alten Bildern; Bd:1.1980