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Die Sage vom Ellernborn |
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das Schloß von Veldenz vor seiner Zerstörung 1681-82 |
Auf einem Bergkegel inmitten eines schönen Eifeltales stand vor Zeiten eine prächtige Burg. Hoch ragten ihre Türme über das Land und die Sonne spiegelte sich in ihren vielen Fenstern. Ausgedehnte Wälder bedeckten die das Tal umgebenden Höhen, in denen es von jagdbarem Wild aller Art wimmelte. Die Feste gehörte dem Grafen Eberwein, dessen Reichtum im Land nicht seinesgleichen hatte. Doch sein größter Reichtum war seine schöne Tochter Hadwiga, um deren Hand sich viele Ritter
bewarben. Doch keiner von ihnen gefiel ihr. Auf ihre Bitte hin sandte der Vater Boten aus, welche die stärksten Recken zum Wettkampf um ihre Hand einladen sollten. Bei dem Turnier gab jeder Kämpfer sein Bestes. Zum Schluß blieben nur noch Graf Alboin und der Ritter Rodench übrig. Der Tag an dem es sich entscheiden sollte, wem Hadwiga als Gattin angehören werde, war angebrochen. Auf das Zeichen des Heroldes jagten Alboin und Rodench mit eingelegten Lanzen aufeinander zu, die bei dem heftigen Zusammenstoß zersplitterten. Knappen eilten herbei und brachten neue Lanzen. Wieder ritten die Rivalen gegeneinander. Auch dieses Mal mit dem gleichen Ergebnis. Auch der dritte Anritt brachte keine Entscheidung.
Danach begann der Schwertkampf, der nach den Regeln zu Fuß ausgetragen werden mußte. Hin und her ging das Ringen, keiner der Kämpfer gab sich eine B1öße. Schließlich gelang es Graf Alboin seinen Gegner so schwer zu treffen, daß er zusammenbrach. Während Knechte den Besiegten vom Kampfplatz trugen, führte Graf Ebenvein dem Alboin Hadwiga als Braut zu. Ritter Roderich aber zog wütend von dannen und schwor, daß der Milchbart Alboin sich seines G1ücks nicht lange erfreuen sollte.
Das Brautpaar verlebte indessen Tage ungetrübter Freude, denn in den beiden jungen Menschen war die Liebe zueinander erwacht. Aber wie alles einmal ein Ende nimmt, so auch die Stunden zärtlichen Beisammenseins. Sie trösteten sich damit, daß die Trennung ja nicht von langer Dauer sein werde. Als Alboin bei drückender Hitze mit seinen Begleitern die Mosel bei Lieser überquerte und durch den hinter Andel beginnenden Wald mit ihnen bergwärts ritt, tröstete er sie indem er sagte: ,,Am Ellembom ist eine Quelle. Dort tränken und füttern wir die Pferde. Wenn danach die Hitze vorüber ist, ziehen wir weiter".
Aber kaum waren sie bei Ellernbom von den Pferden gestiegen, als es rings im Unterholz lebendig wurde. Von allen Seiten stürzten sich Roderichs Mannen auf die völlig Überraschten und erschlugen sie. Nur einem Knappen gelang es zu entkommen. Den toten Rivalen in das bleiche Gesicht tretend, höhnte Ritter Roderich: ,, Habe ich dir nicht ein schönes Hochzeitslager bereitet? Dem Urian sei Dank für seine Hilfe". Kaum war diese Lästerung seinem Mund entflohen, als aus heiterem Himmel ein Blitz herniederfuhr und ihn und seinen Schimmel tötete. Der von dem Knappen um Hilfe gebetene Graf Heinnch von Veldenz ließ die meuchlings Erschlagenen auf dem Andeler Gottesacker bestatten. Die Leiche Alboins überführte er unter sicherem Geleit zur väterlichen Burg. Hadwiga aber, als man ihr die Ermordung des Bräutigams mitteilte, ging in ein Kloster, wo sie als Nonne für sein Seelenheil betete. Kein Mensch wagte sich in Zukunft mehr bei Unwetter oder gar des Nachts an den Ellernbom. Dann galoppierte dort nämlich der Schimmel um die Quelle und Rodench sah man als großen schwarzen Bären ruhelos umherirren.
Einem Wilddieb ist die Begegnung mit dem Verfluchten vor Jahren schlecht bekommen. Als er an dieser Stelle um Mitternacht bei Sturm und Gewitter einem Rehbock schoß, sah er sich auf einmal dem Schimmel und dem Bären gegenüber. Fast gelähmt vor Entsetzen schleppte er sich nach Hause, wo er noch am gleichen Tag starb. Auch einige Monzelfelder Bauern trafen eines Nachts auf die beiden Tiere. Die Männer verhielten sich ruhig und sprachen das Vaterunser. Nun konnte ihnen der Spuk nichts anhaben und mußte sie unbehelligt ziehen lassen.
Lit: Die Grafschaft Veldenz in alten Bildern; Bd:1.1980
Nachrichten an Franz - Peter Kropp