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MOSELKANALISATION |
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| Arbeiten am Moselufer zwischen 1961-64 |
Die Schiffbarmachung der Mosel ist ein uralter Plan, der bereits vor 2000 Jahren auftauchte, als man die Mosel mit der Saone verbinden wollte, um vom Mittelmeer über die Rhone - Saone - Mosel - Rhein zur Nordsee fahren zu können. Die älteste Darstellung eines Moselschiffes ist das berühmte Neumagener Weinschiff, mit dem man auf dem Fluß schon Wein transportierte.
Bis 1839 hat sich seit dieser Zeit grundsätzlich im Verkehr auf der Mosel kaum etwas geändert. Die schnell eintretenden Schwankungen des Wasserstandes und die unausgeglichene Strömung ließen für den Frachtverkehr nur verhältnismäßig kleine Schiffe zu, die auch keinen allzugroßen Tiefgang hatten und die stromauf getreidelt werden mußten. 1839 fuhr auf der Mosel das erste Dampfboot von Metz nach Trier und ab 1840 bestand ein regelmäßiger Dampfschiffahrtverkehr von Trier nach Koblenz, dem aber mit dem Bau der Eisenbahn Koblenz - Trier in den 70er Jahren eine große Konkurrenz entstand.
Da das linksrheinische Land besonders nach dem Krieg 1870/71 nur noch als kriegsbedingtes Aufmarschgebiet betrachtet wurde, hat die preußische Regierung außer strategisch wichtigen Anlagen - wozu auch die Bernkastel-Kueser Brücke gehörte nichts investiert.
Die Moseldampfschiffahrt-Gesellschaft besaß vor dem ersten Weltkrieg vier Raddampfer, die während des Krieges auch als Lazarettschiffe eingesetzt wurden. Auch nach dem Kriege wurden diese Dampfer nicht modernisiert, so daß die Moselschiffahrt immer mehr an Bedeutung verlor, bis sie 1934 ganz eingestellt wurde.
Am 17. Oktober 1956 wird in Luxemburg das internationale Abkommen über die Kanalisation der Mosel zwischen der Bundesrepublik, Frankreich und Luxemburg unterzeichnet, das später von den drei Regierungen ratifiziert wurde. Fast unmittelbar darauf beginnt man am Unterlauf der Mosel mit den ersten Arbeiten und 1958 bereits mit dem Ausbau des Kueser Hafens. 1963 sind die beiden Ufer im Bernkasteler Raum eine einzige Großbaustelle, bis am 26. Mai 1964 die Großschiffahrtstraße durch Großherzogin Charlotte von Luxemburg, Staatspräsident Charles de Gaulle und dem Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke für den Verkehr freigegeben wird.
Quelle: Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Bernkastel 1976