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SAUFBÄHNCHEN'S LETZTE FAHRT

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Letzte Fahrt 31.12.1962, über 2000 Bürger nehmen Abschied von ihrem Saufbähnchen

Als die Moseltalbahn im Jahre 1905 auf der Strecke von Trier nach Bullay in Betrieb genommen wurde, waren mehr als 50 Ortschaften stolz auf den Anschluß an das gesamte Eisenbahnnetz, denn gerade die Kreisverwaltung Bernkastel hatte sich in den Jahren vor dem Baubeginn mit aller Schärfe dafür eingesetzt, daß die Bahn eine Normalspur erhielt. Neben dem für damalige Zeiten wichtigen Personenverkehr konnten nun auch die Weinhandlungen ihre Faß- und Flaschenweine in Waggons verladen, die auf die Staatsbahn in Trier bzw. Bullay umrangiert werden konnten. Als der Schienenverkehr 1962 eingestellt wurde versprach zwar die Landesregierung durch moderne Straßen den Verkehr im Moseltal zu verbessern, aber auch heute nach 14 Jahren müssen sich die Busse und Lastwagen durch die engen Ortsdurchfahrten zwängen. Der Bau von Umgehungsstraßen, die für viele Orte bitter notwendig wären, liegt noch in weiter Ferne und eine Feuersbrunst in der Hauptstraße eines dieser Moselorte würde für Stunden den gesamten Verkehr lahmlegen.

Quelle: Festschrift der Freiwilligen Feuerwehr Bernkastel 1976

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Bürgermeister Veltin und der letzte Bahnhofvorsteher Lenz Trinken auf die Zukunft

Die vielgepriesene Mosel, durch die ab 1964 Schiffe und Schleppkähne ziehen werden, ist schon oft besungen worden. Die Moselbahn hat so recht zu ihrem Landschaftsbild gehört. Eine Reminiszenz an jene Tage, da erstmals das Dampfroß keuchend seinen langen Weg antrat, ist das schon über 50 Jahre alte Büchlein ,, Moseltalbahn von Trier nach Bullay". Darin lesen wir: ,,Eine Fahrt auf der Moseltalbahn zählt zu den hervorragendsten landschaftlichen Genüssen, die unser Vaterland zu bieten hat. An dem blinkenden Flusse entlang durch das weinfrohe Land sich fahren zu lassen, ist eine Lust, die den Dichter verstehen lehrt, der da singt: ,,Im weiten deutschen Lande ..." Der Reisende, der die Bahn in ihrer ganzen Länge von 103 Kilometern von Trier bis Bullay befährt, wird mit einer entsprechend langen Fahrkarte bedacht, auf der sämtliche 38 Stationen verzeichnet sind. Beim Studium dieser Karte findet er, daß fast alle diese jetzt zum ersten Male von einer Bahn berührten Orte ihm gleichwohl alte Bekannte sind. Er hat längst ihre platonische Bekanntschaft auf der Weinkarte gemacht und freut sich nun doppelt, sie als behäbige, in Obstbaumwälder versteckte und von hochreichenden Weinbergen überragte Dörfer kennen zu lernen." Im Laufe der sechs Jahrzehnte, in denen die Moselbahn gemächlich dahinfuhr, haben schon Tausende mit dem ,Saufbähnchen" die Mosel und ihre Weinorte und Städte kennen- und liebengelernt."

Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit

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Nachrichten an Franz - Peter Kropp