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Die Moselbande und Peter Zughetto |
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Josef Knoop
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| Der Schinderhannes, zeitgenössige Darstellung |
Im Gegensatz zu der Schinderhannes-Räuberbande besaß die Moselbande keinen eigenen
"Führer".
Manche Räuber, die in der Bande des Hannes "gelernt" hatten, machten anderswo
ihren eigenen Laden auf.
So soll hier nur, stellvertretend für viele andere, von einem Räuber die Rede sein,
dessen Leben wir gut kennen, und noch besser sein Ende, ein Räuberleben, das von keiner
Legendenbildung getrübt ist:
Peter Zughetto, fälschlich oft, bis heute, mit einem anderen, aber noch viel
grausameren Räuber verwechselt, dem "Schwarzen Peter" aus der Hunsrückbande.
Peter Zughetto, ein Landkrämer von Ürzig an der Mosel, war einer der besten Freunde des
Schinderhannes und galt weit und breit als der älteste Pferdedieb. Von ihm hat Johannes
Bückler, genannt Schinderhannes, viel lernen können.
Aber vor seiner Hinrichtung in Mainz belastete Schinderhannes noch seinen alten Freund
Zughetto sehr schwer durch seine Aussage, daß Peter bei dem grauenvollen fünffachen
Meuchelmord auf der Sprinker Mühle in der Eifel dabeigewesen sei. Von diesen Morden wird
noch bei der Eifelbande die Rede sein.
Zughetto hatte schon auf dem Hunsrück eine eigene Bande gegründet. Er und sein Freund Seibert verbreiteten überall Angst und Entsetzen, vom Rhein bis an die Mosel. Sie gaben an, Feinde der Franzosen und Juden, und Freunde der Bauern zu sein."Seibert und Zughetto waren unzertrennliche Gefährten. Beide waren mit doppeltem Gewehr bewaffnet, gingen immer allein, und nur dann, wenn ein mächtiger Gewaltstreich auszuführen war, riefen sie ihre Gehilfen zusammen, die in Dörfern wohnten und nicht mit herumzogen, aber gerade darum die gefährlichsten waren." (Becker)
Aus den Mainzer Gerichtsakten geht hervor, daß Zughetto ein rücksichtsloser und grausamer Verbrecher war. Viele seiner Schandtaten sind in Niederschriften festgehalten. Als sein bester Freund Seibert von Gendarmen auf dem Hunsrück erschossen wurde, zog sich Zughetto mit seinen zwei Weibern, von denen er die eine, die Buzliese-Anne, vom Schinderhannes "geerbt" hatte, als Einzelgänger an die Mosel zurück. An der Mosel traf aber auch ihn bald die todbringende Kugel eines Osanner Bürgers.
Der Schreiber dieses Beitrags ist den Spuren Zughettos nachgegangen und konnte von den Brüdern Peter und Matthias Schander aus Osann, deren Vorfahre das Land von dem gefürchteten Räuber befreite, noch Einzelheiten erfahren, die sich in stolzer Familientradition bis heute in mündlicher Uberlieferung lebendig gehalten haben.
Quelle:Jahrbuch des Kreises Bernkastel-Kues 1985
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