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Mobilmachung in Bernkastel - Kues 1914

Am 28. Juni 1914 waren der österreichische Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, und seine Gemahlin, Gräfin Sophie von Hohenberg, in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo ermordet worden. Österreich-Ungarn verlangte Genugtuung, Serbien entzündete die Kriegsfackel, und Deutschland wurde in einen Krieg gezogen, der auch für Bernkastel viel Unglück, Schmerz und Not brachte.

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Bernkasteler Väter und Söhne im 1. Weltkrieg

Die Antwort der Serben an Österreich war unbefriedigend ausgefallen; Österreich erklärte Serbien den Krieg. Wie sich aus dem Depeschenwechsel zwischen Kaiser Wilhelm, dem Zaren und dem englischen König ergab, mußte Deutschland jeden Augenblick mit einem Überfall durch Rußland rechnen. Der erste Schritt der Notwehr war die Verkündigung des Kriegszustandes für das ganze deutsche Reich am 31. Juli 1914, an demselben Tage durch den König auch für Bayern.

Die Verkündigung des Kriegszustandes für unsere Stadt durch den kommandierenden General des 8. Armeekorps wird gegen 1 Uhr mittags bekannt. Eine ungeheure Menschenmenge sammelt sich auf dem Gestade, an der Brücke, auf dem Marktplatz und vor dem Rathaus, wo die Bekanntmachungen angeheftet sind. Hochgradige Spannung hat sich aller bemächtigt, besonders nachdem bekannt geworden ist, daß die Regierung Sr. Majestät des Kaisers in St. Petersburg (heute Leningrad) hat wissen lassen, daß die deutsche Mobilmachung in Aussicht steht, falls Rußland nicht binnen zwölf Stunden seine Kriegsvorbereitungen einstellt und hierüber eine bestimmte Erklärung abgibt. Während einige noch Hoffnung auf eine Beilegung haben, sind die meisten sich darüber klar, daß der Krieg unausbleiblich ist. Kein Mensch hat Lust, noch etwas zu arbeiten.

Um 2 Uhr werden gegen 150 nicht gediente Landsturmleute in das Bürgermeisteramt vorgeladen, aus denen eine Anzahl zur Bewachung der Moselbrücke ausgesucht wird. Sofort werden an beiden Seiten der Moselbrücke dicke Ketten angebracht, welche die Bewachung des Verkehrs auf der Moselbrücke unterstützen sollen. Kein Kraftwagenfahrer darf auf die Brücke, da auf allen Straßen westlich des Rheins der Verkehr mit Kraftwagen und Krafträdern verboten ist. Auch auf der Mosel wird eine Stromwache aufgestellt - Schiffer Hammes hält mit einem Nachen unterhalb eines Brückenpfeilers.

Am Abend nach Schluß der Übungsstunde begeben sich die Mitglieder des Männergesangvereins vor das Kriegsdenkmal, um ihrer begeisterten Stimmung durch Absingung des Liedes ,,die Leipziger Schlacht" Ausdruck zu verleihen, und besonders machtvoll wie ein lautes Gelöbnis schallen in die laue Sommernacht des Liedes Schlußakkorde mit den Worten:

"lhr Brüder, laßt heiliges Erbe uns halten, das andere mag unser Herrgott walten! O Deutschland, mein Deutschland in Ewigkeit, vergiß nicht die große, die herrliche Zeit! "

Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit Franz  Schmitt

 

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Nachrichten an Franz - Peter Kropp