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Die Reichsgrafen von Manderscheid

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Die Burgen von Manderscheid (Stich von Merian 1646)

Die Manderscheider setzen sich gegen das Expansionsstreben des streitbaren Trierer Kurfürsten Baldewin von Luxemburg erfolgreich zur Wehr, der 1348 die Belagerung der Niederburg ergebnislos abbrechen muß. Vom 14. bis Ende des 16. Jh. erlebt das vom Kaiser 1460 in den Reichsgrafenstand erhobene Geschlecht unter den Dietrichen I. bis VI. seine größte Blüte, wobei sie sich in drei selbständige Linien aufteilen, zu denen schließlich 11 Schlösser, Herrschaften und Grafschaften gehören. Die Manderscheider machen sich auf vielerlei Weise verdient, übernehmen als eines der angesehensten Geschlechter des zahlreichen Eifeladels die Führung im Kampf gegen das Raubrittertum. Dietrich 1. (1386 - 1426) gewährt einem wegen harter Behandlung seinem Vater in Cues an der Mosel entlaufenen Jungen (Die Harte Behandlung durch den Vater ist geschichtlich nicht belegt) ein Stipendium. Aus diesem Knaben wurde der große Gelehrte Kardinal Nikolaus Cusanus (1401 - 1464), dessen Name und Wirken in seiner hochherzigen Stiftung zu Bernkastel-Kues heute noch lebendig sind. Die Verheerung des 30jährigen Krieges (1618 bis 1648), Ludwigs XIV. Raubzüge Ende des 17. Jh., schließlich die französischen Revolutionshorden im folgenden Jh. machen auch der selbständigen Grafschaft Manderscheid ein Ende. 1780 im Mannesstamm ausgestorben, stirbt Augusta, letzte Reichsgräfin Manderscheid, als Frau des böhmischen Grafen Sternberg (1811), womit ihr Haus nach fast 1050jährigem Bestehen erlischt.

Quelle: Jahrbuch Kreis Bernkastel Wittlich 1977 Vitalis Pantenburg

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