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Widerstand bei der Einnahme von Kues |
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| Zerstörte Moselbrücke 1945 |
Schon am 11. März 1945 sind die Panzersperren am Nikolausufer geschlossen worden. Kurz zuvor hatte eine Sprengung die Moselbrücke, die den Stadtteil mit dem gegenüberliegenden Bernkastel verband, zerstört.
Zwischen den Häusern 51 und 52 befand sich am Nikolausufer die Panzersperre, die die Amerikaner, die aus Richtung Lieser anrückten, aufhalten sollte.
Über die Ereignisse berichtet ausführlich Frau Susanne Schäfer aus Kues:
,, In den Nachmittagsstunden, gegen 16 Uhr, wurde diese Panzersperre von Kueser
Volkssturmmännern mit Holzbalken zugelegt. Der Volkssturm hatte sich zu diesem Zeitpunkt
im Cusanus - Geburtshaus versammelt und wartete die kommenden Geschehnisse ab. Frauen aus
Kues waren zur selben Zeit im Backhaus beschäftigt. Daher traf ich Zahnarzt Reibel beim
Rückweg auf der Straße. Er sagte, daß der kommandierende Offizier, der sich noch mit
seiner Einheit in Bernkastel befinde, darauf hingewiesen habe, Kues in Schutt und Asche zu
schießen, wenn die Panzersperren vor den Amerikanern geöffnet würden. Da mir bekannt
war, daß der Volkssturm in der Nacht die Panzersperren öffnen wollte, um unnötige
Härten bei der Besetzung zu vermeiden, ging ich gegen 19 Uhr zum Cusanushaus. Dort
erklärte ich den Männern, was ich erfahren hatte. Ich sagte, daß die Sperrung der
Panzersperren weniger Schaden anrichten werde als der totale Beschuß von Bernkastel aus,
wie ihn der deutsche Offizier angedroht hatte. Der Volkssturm unternahm daraufhin nichts.
Die Panzersperre am Nikolausufer blieb geschlossen.
In der Nacht vom 12. auf den 13. März - der Volkssturm hatte sich zurückgezogen - hat wahrscheinlich ein amerikanischer Spähtrupp die Sperre geräumt. Das Ganze geschah so lautlos, daß die unmittelbaren Anwohner nichts davon merkten. Erst in den frühen Morgenstunden stellten sie fest, daß die Balken der Sperre herausgenommen worden waren.
Von amerikanischer Seite ging man zunächst davon aus, daß es überhaupt nicht nötig sei, die beiden ,Taschen im Frontverlauf, bei Kues und Minheim, überhaupt zu besetzen, solange sie genau beobachtet und unter Feuer genommen werden konnten. Erst als Wehlen und Lieser fest in amerikanischer Hand waren, sollte auch Kues endgültig besetzt werden. In der Nacht vom 13. auf den 14. März rückt ein starker Spähtrupp gegen 1.45 Uhr aus. Am frühen Vormittag wird eine ganze Kompanie in Marsch gesetzt, während eine zweite Kompanie auf den Höhen über dem Ort in Wartestellung liegt.
Wie im einzelnen die Besetzung von Kues verlief, berichtet die Regimentsgeschichte:
Die L - Kompanie befindet sich gegen 10.00 Uhr etwa 200 Yards außerhalb von Kues, rückt
weiter vor. Schon um 9.45 Uhr lenkt Artillerie - Beobachter unser Feuer auf
Mörserstellung südöstlich Bernkastel. E - Kompanie ist in Kues, L - Kompanie 200 Yards
nordwestlich, oberhalb der Stadt.
Eine Stunde und 20 Minuten später heißt es :,,E- und L - Company in Kues. Bekommen schweres 10,5- und 8,8-Artilleriefeuer. Wir müssen auf die Dunkelheit warten und uns in Verteidigungspositionen zurückziehen. Schweres MG- und Gewehrfeuer von der anderen Seite des Flusses, aus Bernkastel. Leichte Verluste.
Um 13.05 Uhr: ,, Kues noch nicht gesäubert. Viele Scharfschützen. Wir erhalten immer noch Feuer von der anderen Flußseite. 15-cm-Geschosse decken Lieser ein.
Um 17.15 Uhr meldet das dritte Bataillon zusammenfassend an das Regiment: ,,E- und L - Company erreichen Kues am Morgen. Sie treffen auf starken Widerstand aus der Stadt durch Scharfschützen, Maschinengewehrfeuer, Mörser und Artillerie von der anderen Seite der Mosel.
Eine andere Kompanie wurde angefordert, die von Wehlen aus in die Stadt eindringen sollte. I-
Company wurde benachrichtigt, war aber nicht in der Lage, sich von Wehlen fortzubewegen, um die Säuberungsaktion zu unterstützen. Ein Kriegsgefangener berichtete, daß sich mittlerweile die meisten Deutschen über den Fluß aus Kues zurückgezogen hatten. Die Stadt ist jetzt in der Hand der beiden Kompanien (E und L). Wir planen, uns im Schutz der Dunkelheit aber dennoch in Verteidigungspositionen zurückzuziehen. I-Company ist ebenfalls zurückzuziehen.
Dies führt dazu, daß Bernkastel am 14. März im Wehrmachtsbericht wie folgt erwähnt wird: ,,lm Abschnitt östlich Wittlich scheiterten feindliche Angriffe gegen unsere Stellungen auf dem westlichen Ufer der Mosel. Eigene Vorstöße warfen den Gegner westlich Bernkastel auch gestern weiter vom Fluß zurück.
Am Abend des 15. März ist in Kues jeder Widerstand gebrochen. Das zweite Bataillon rückt gegen 22.30 Uhr in die Stellung der Kompanien des dritten Bataillons ein, das hier mit einer überraschend heftigen deutschen Gegenwehr konfrontiert wurde. Bei den Straßengefechten in der Nähe des RWE-Betriebsgebäudes, an der Einmündung der Cusanusstraße zur Arndtstraße, ist ein deutscher Kampftrupp, der die Aufforderung, sich zu ergeben, nicht befolgte, völlig aufgerieben worden.
Quelle : am Ende das Chaos