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Stadtteil Kues |
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| Kues mit St.-Nikolaus-Hospital |
Nach dem Bau der Brücke entstanden um das St.-Nikolaus-Hospital herum einzelne Villen. Als 1883 mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Wengerohr eine Verbindung zur Eisenbahnlinie Trier - Koblenz hergestellt war, bildete sich allmählich die Siedlung ,,Neu-Kues" heraus. Mit dem Bahnhofsgelände, dem Hotel Drei Könige, der evangelischen Kirche und weiteren Häusern aus dieser Zeit einschließlich dem 1909 eröffneten Moselkrankenhaus sind die Stein gewordenen Zeugen dieser einmaligen Epoche der Stadtgeschichte heute noch vorhanden. Die Eingemeindung des Ortes Kues im Jahre 1905 mag als ein Höhepunkt dieser Zeit angesehen werden.
Kues selbst, ein bis dahin selbständiges Winzerdorf, lag vor dieser Ausdehnung flußabwärts in der Nähe einer größeren Insel, des Kueser Werths, der allerdings seit der Mitte des vergangenen Jahrhunderts zum Schutz des Hafens mit dem Ufer verbunden ist. Die Nähe zu Lieser drückte sich bis zur Eingemeindung auch in der Zugehörigkeit zur Bürgermeisterei Lieser aus.
Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Vor allem Winzer, Bauern und Fischer lebten in dem kleinen Ort, der im 15. Jahrhundert etwa 300 Einwohner hatte. In jener Zeit wuchs der später als Philosoph, Kirchenpolitiker und Gelehrter berühmt gewordene Nikolaus Krebs (1401 - 1464) in Kues auf. Durch ihn wurde das kleine Moseldorf damals schon in ganz Mitteleuropa erwähnt, da man ihn nach seinem Heimatorts ,,Cusanus" nannte. Eine besonders frühe Karte jenes Jahrhunderts (erstmals 1491 gedruckt) nennt Kues überraschend als einzigen Moselort zwischen Trier und Koblenz, was auf den Urheber dieser Karte hinweist.
Mit der Stiftung der Familie Krebs, dem auch Cusanusstift genannten Altenheim, bewahrt die Region seit fast fünfeinhalb Jahrhunderten ein besonderes, in der ganzen Welt bekanntes Kleinod.
Die cusanische Bestimmung der Stiftungsurkunde vom 3. Dezember 1458, Schöffen von Kues und Bernkastel sollten für das Hospital Mitverantwortung übernehmen, sowie die Lage des großen, wohldotierten Anwesens an der Brücke, beziehungsweise zuvor jahrhundertelang an der Landestelle der Bernkasteler Ponte (Fähre), deutete schon damals auf gemeinsame Berührungspunkte von Kues und Bernkastel hin: Kues gehörte zum kurfürstlichen Amt Bernkastel.
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| Altes Haus in Kues |
Auch heute noch gibt es in Kues faszinierende Fachwerkbauten als herausragende Beispiele moselländischer Bautradition. Die erste Kueser Schule von 1651 unterhalb der Pfarrkirche etwa stammt als Gebäude aus der Zeit um 1600. Ein um 1320 (!) errichtetes Dachgebälk befand sich bis vor einigen Jahren in der Kardinalstraße Nr. 20, konnte aber leider nicht mehr erhalten werden.
Nach einer Verdoppelung der Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert ist Kues der bei weitem größte Stadtteil. Mit etwa 4400 Menschen hat der Ort weit mehr Einwohner als die übrigen drei Stadtteile zusammen.
Während Flächen an der Mosel bis zu den Weinbergen zwischen den beiden Weltkriegen und nach dem Zweiten Weltkrieg immer weiter ausgebaut wurden, ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten mit dem Bau der Kurkliniken und zwei weiteren Wohngebieten auf dem Kueser Plateau ein zusätzlicher städtischer Bereich mit eigenem Charakter entstanden.
Kulturelle Angebote wie Theateraufführungen und Konzerte in der Mosellandhalle machen die Stadt und die Region immer attraktiver.
Kues besitzt ebenfalls zahlreiche Wegekreuze und weitere religiöse und kulturelle Denkmäler früherer Generationen. Die St.Briktius-Kirche wurde 1784, dem Jahr mit dem ungewöhnlich starken Hochwasser an Rhein und Mosel, an der Stelle der älteren Kirche neu errichtet. Die Pfarrei hat eine bis ins 13. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Die Marienkirche wurde in Folge des starken Anwachsens des Stadtteils in den frühen sechziger Jahren gebaut und am 1. Mai 1963 eingeweiht.
Seit der feierlichen Einweihung der evangelischen Kirche am 17. März 1881 hatte die protestantische Gemeinde ihr erstes eigenes Gotteshaus.
Mehr zur Ortsgeschichte erfährt man in der ,Chronik von Cues" (1981) von Franz Schmitt. Über die mühevolle Arbeit der Winzer kann man sich im Moselweinmuseum informieren. Es befindet sich auf dem Gelände des Hospitals, dessen spätgotischer Hauptbau mit Kapelle, Kreuzgang, Wohnbereich und besonders wertvoller Bibliothek und dessen spätbarocke Um- und Erweiterungsbauten dem Besucher in eindrucksvoller Erinnerung bleiben.
Auch das Cusanusgeburtshaus mit einer sehr gut ausgestatteten Dokumentation über Leben und Werk des Nikolaus Krebs hat für interessierte Gäste geöffnet.
Von den Bernkasteler Weinbergen wie von der Burg Landshut aus hat man den Stadtteil Kues eindrucksvoll im Blickfeld.
Quelle: Bernkastel-Kues in Geschichte und Gegenwart