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Der zweite französische Eroberungskrieg (1672-1678) |
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| Der französische König Ludwig XIV. (1643-1715) |
,,Der französische König Ludwig XIV. (1643-1715), der in seinen Raubkriegen so unsägliches Elend über die deutschen Lande brachte, bekriegte von 1672 bis 1678 auch die Holländer. Dieser Krieg sollte Frankreich das blühende Holland und dessen reiche Kolonien verschaffen. Er ließ seine Heere unter den Generälen Turenne und Conde einfallen und verstand es sogar, einige deutsche Fürsten, so den Kurfürsten von Köln, den Bischof von Münster und den Herzog von Hannover als Bundesgenossen zu gewinnen.
Mit besonderem Eifer umwarben seine Diplomaten auch den Kurfürsten von Trier; denn dessen Land sollte als Aufmarschgebiet dienen. Aber alle Bemühungen, Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen (1652-1676) hierfür zu gewinnen, blieben erfolglos. Dieser kerndeutsche Mann schlug jede Verbindung mit dem Feinde aus und blieb neutral.
Ludwig XIV. kümmerte sich aber wenig um diese Neutralität. Er ließ sowohl seine Truppen als auch den Kriegsbedarf auf der Mosel verfrachten und durch das Trierische Land nach dem Niederrhein befördern. Ja, er ging noch weiter. Als seine Heere die Stadt Maestricht besetzt hatten, befahl er einer Armee, nach Trier zu marschieren, um den widerspenstigen Kurfürsten mit Waffengewalt zum Anschluß zu zwingen.
So zogen 1673 gegen 8000 Franzosen in Trier ein. Und diese verhandelten nicht gerade in freundlichem Ton mit der Stadt. Der französische General Vignory wurde zum Stadtkommandanten ernannt. Wenn man heute liest, wie dieser Unmensch seine Wut an der Stadt und deren Umgebung ausgelassen hat, so braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Name dieses Wüterichs im Munde des Volkes weiterlebt."
Am 9. Mai 1673 vermerkte der Bernkasteler Pastor Nikolaus Franzen im Taufbuch: ,,1673 sub miserrimo statu urbis Trevirensis, ex modo agendi tyrannico Gallorum eam iam septem mensibus obsidentium et monasteria aedesque circum quaque urbem diruentium", d. h. In der äußerst elenden Lage der Stadt Trier, die durch die Gallier (Franzosen) bereits sieben Monate lang in tyrannischer Art und Weise belagert worden war, wurden Klöster und Gotteshäuser in der Umgebung der Stadt zerstört.
Einzelne Zeitgenossen haben die Taten der Französischen Mordbrenner aufgeschrieben und ein Bild ihrer Schreckensherrschaft entworfen. Eine Hauptquelle für diese Zeit bildet das Tagebuch des Alexander Henn.'s Er war 1673 Geistlicher im Kloster St. Maximin und wurde 1680 Abt dortselbst. Seine Handschrift schildert die Belagerung Triers sowie die Raub- und Plünderungszüge der Franzosen in der näheren und weiteren Umgebung. Als er die brutalen Verwüstungen an seinem Kloster ansehen mußte, schrieb er: ,,... und nun begann ein Werk der Zerstörung, wie es nur eines Franzosen Geist ersinnen kann."
Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit, Franz Schmitt