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| Die Franken | |
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Die Römer können sich - mit Mühe ab Mitte des 4. bis zur Mitte des 5. Jh. im Moselraum (gehörte zu deren Provinz Belgica) noch halten. Um 460 bekommen die ripuarischen Franken nach einigen vergeblichen Versuchen Trier endgültig in ihre Gewalt. Damit beginnt ein neuer Abschnitt rheinischer Siedlungsgeschichte: die Landnahme des seit Ende der Römerherrschaft fast siedlungsleeren Raumes setzt ein.
Ein neues, nicht eben zahlreiches, aber kriegerisch tüchtiges Volk tritt nun das Erbe in den Rheinlanden, insbesondere im Mittelmoselraum, an. Die römisch-keltische Bevölkerung war rasch unterworfen; fränkische Krieger teilen das Land untereinander auf, werden seßhaft, begründen fränkische Dörfer und Höfe, vorwiegend auf schwer zugänglichen Höhen und in Schluchten, die Eifel und Hunsrück so reichlich anbieten. Da ihre Kultur der römischen unterlegen ist, gibt es über die erste Periode fränkischer Herrschaft wenig Quellen. Erst vom 7. Jh. an fließen sie reichlicher.
Die Franken teilen ihr Reich in Gaue ein, die der vom König ernannte Gaugraf zu verwalten hat. Das Wittlicher Gebiet gehört damals zum »Beda-Gau«, genannt nach dem Römerkastell Ort Beda (daraus Bitburg) an der Reichsheerstraße Trier - Köln. 794 ist die erste überlieferte Jahreszahl für diese Zugehörigkeit. Ober- und Nieder-Öfflingen sind 895, Manderscheid erstmals 973 erwähnt, das nicht nur in der Geschichte des vormaligen Landkreises Wittlich eine bedeutende Rolle spielt und (so Dr. Willibrord Weins) auf das keltische »mantara« (= Kiefer) zurückzuführen ist. Um 1100 etwa beginnt die nachweisbare Geschichte des später reichsgräflichen Hauses Manderscheid.
Die fränkische Zeit ist gekennzeichnet durch die Land-Christianisierung. Zwar hat sich das Christentum im Laufe des 4. Jahrhunderts in Stadtbereichen durchgesetzt, ist Trier dank dem christlichen Kaiser Konstantin d. Gr. schon seit 270 n. Chr. Bischofssitz. Im Gegensatz dazu hat die neue Lehre auf dem platten Lande noch nicht Fuß gefaßt. Infolge mehr bäuerlich-konservativer Art steht die Landbevölkerung ihr ablehnend gegenüber und hält noch lange am heidnischen Glauben fest.
Im 7. und 8. Jahrhundert setzt dann die von Klostergründungen des fränkischen Herrscherhauses ausgehende Missionstätigkeit ein. Das Kloster des Heiligen Willibrord in Echternach, gestiftet um die Wende zum 7. Jh. von der Heiligen Irmina, Äbtissin des Trierer Frauenklosters Ören, stößt ostwärts ins Eifelland vor.
Reichliche Schenkungen, zumeist einträgliche Güter und Zehnte in Dörfern, als Anerkennung und Belohnung für rührige Missionstätigkeit durch Pippin (752), Karl d. Gr. (794), Otto 1. (973) tragen entscheidend zur Stärkung ihres Einflusses bei. Erst im 14. Jh. können sich die späteren Reichsgrafen von Manderscheid mit Hilfe der mächtigen Luxemburger Grafen und deutscher Könige von Echternach frei und zu Herren ihres Landesteils machen. Benachbarte Benediktinerklöster übernehmen die weitere Missionierung. 721 gründet Bertrada, vornehme Frau aus dem Karolingerhaus, Kloster Prüm. Die eifrig-frommen Lehreverkünder begnügen sich nicht damit, die »Heiden« zu bekehren. Sie denken auch wirtschaftlich ganz real, roden immerzu Land, legen Weinberge an, nutzen munter dahineilende Flüßchen als Treibkräfte für Mühlen, werden dank intelligenter Äbte und hoher Betriebsamkeit rasch reich und einflußmächtig. Kloster Prüm wird bald als Zentrum auch auf geistig-kulturellem Sektor berühmt, insbesondere durch Abt Regino, einen der Großen unter den mittelalterlichen Gelehrten. Er hinterließ eine umfangreiche Übersicht über alle abteilichen Besitzungen und Einkünfte. Danach machte urbar und bewirtschaftete das Kloster Prüm in seiner Glanzzeit rund 50000 Morgen.
Schließlich verfügen die beiden Kirchenprovinzen Trier und nördlich anschließend Köln über ausreichend Macht, um sich mit aufkommenden Territorialherren unter ständigem Ringen um Vergrößerung ihrer völlig weltlich organisierten Landesteile auseinander zu setzen.
Quelle: Jahrbuch Kreis Bernkastel Wittlich 1977 Vitalis Pantenburg