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Cusanus als Reformtheoretiker und Philosoph |
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| St. Nikolaus-Hospital (Cusanus Stift) in Bernkastel Kues |
Betrachtet man den politischen Niedergang Deutschlands in den letzten Jahrhunderten und die große Glaubensspaltung des 15.
Jahrhunderts im Lichte der Reformvorschläge des jungen Cusanus, so kann man feststellen, daß er die Gefahren der politischen und religiösen Entwicklung erkannte und eine Alternative anbot.
Das genaue Studium der,, Concordantia catholica" (1434)" führt auch zu der Erkenntnis, daß sein Übergang ins päpstliche Lager 1436/37 nur ein ,,scheinbarer Frontwechsei"') war. Ihm ging es weder um die Partei des Papstes noch um die des Konzils, sondern um Konkordanz, um die Eintracht der Christenheit.
Sein Studium des Werkes ,,Über die himmlischen Hierarchien'' von Pseudo-Dionysius Areopagita hatte er in seinem großen Werk über die katholische Konkordanz mit historisch-kritischem Denken zu einem Reformprogramm verbunden, das die Eintracht in der Christenheit durch eine Rückkehr zu den Ursprüngen wieder herstellen sollte.
Das Werk gliedert sich in drei Teile:
Der erste Teil behandelt die Kirche, der zweite die Konzilien und der dritte das Reich.
Gewidmet ist es Kaiser Sigismund von Luxemburg(1410-1437 ) und Giuliano Cesarini und gerichtet an das Basler Konzil. Im Vorwort betont der 33jährige Philosoph, er habe viele durch das hohe Alter schon fast unlesbare Urkunden in Klosterbibliotheken gesammelt. Die das Buch lesen würden, sollten glauben, daß er alles aus alten Originalurkunden, nicht aber aus der ,,Sekundärliteratur'' (,,non ex cuiusquam abbreviata collectione") abgeschrieben habe (Praefatio).
Diese Aussage entspricht jedoch nicht der Wahrheit, denn Cusanus hat - wie moderne Autoren peinlich genau nachwiesen nicht nur seitenlang das staatstheoretische Werk ,,Defensor pacis" von Marsilius von Padua abgeschrieben, ohne dies zu zitieren, sondern aus diesem Werk auch Cicero- und Aristoteleszitate sozusagen ,aus zweiter Hand" übernommen.")
Den römischen Papst ordnete Cusanus dem Konzil unter. An die Unfehlbarkeit des Papstes glaubte er nicht. Der Papst ist für ihn nur der Patriarch des Westens. Unfehlbar ist nur die Gesamtkirche. Auch ein Konzil ist fehlbar.
Das beste Zeichen für die Unfehlbarkeit ist die Konkordanz, die Übereinstimmung aller in der Kirche. Absolute Sicherheit gibt es nur bei Einstimmigkeit. Wenn der Papst seine Kompetenzen verletzt, kann er auch abgesetzt werden. Die wahre Kirche ist die .,katholische", die allgemeine, die über die ganze Erde verbreitet ist.
Der zweite Teil der ,,Concordantia catholica" handelt von der Bedeutung der Konzilien. Die Konzilsbeschlüsse dürfen nicht im Widerspruch zum Glauben der Kirche stehen. Aus den alten Urkunden könne man entnehmen, daß die Konzilsbeschlüsse früher nicht durch die Autorität des Papstes, sondern durch die Konkordanz der Bischöfe zustande gekommen seien.
Die Kraft der Beschlüsse hängt immer vom Konsens des Konzils ab. Da aber die
römische Kirche das Haupt aller Kirchen ist, wird kein Konzil ihre Privilegien beseitigen
wollen. Eine päpstliche Suprematie über das Konzil oder den noch heute von der
katholischen Kirche vertretenen Universalepiskopat (d. h., der Papst ist nicht nur Bischof
von Rom, sondern Bischof der ganzen Welt) lehnt der gemäßigte Konziliarist Cusanus
jedoch ab.
Bei der Diskussion einer Lehrmeinung Zabarellas betont er auch, Petrus habe von Jesus nicht mehr Macht erhalten als die übrigen Apostel.
Bei den Reformvorschlägen ist interessant, daß sie teilweise im Widerspruch zu seiner Praxis als späterem Bischof von Brixen stehen: Er betont, daß Christus die Bischöfe nicht als Richter über weltliche Dinge eingesetzt habe. Die Sorge um das Weltliche führe zur Vernachlässigung der geistlichen Aufgaben. Scharf geht er mit der Gier der Kurie nach Geld ins Gericht:
Die ganze Welt klage über die Gewinnsucht der römischen Kurie. Die Habgier der kirchlichen Vorgesetzten sei ein Skandal für die ganze Kirche. Es mutet geradezu wie eine Vorwegnahme der Forderungen der Reformatoren an, wenn Cusanus fordert, bei der römischen Kurie und den Erzbischofssitzen müsse alles gratis erledigt werden (,,Fiant cuncta in Romana curia ac aliis metropoliticis gratis"). Wenn die Kirche Geld benötige, solle man sich mit Kollekten begnügen und das habgierige und pompöse Treiben der Kurie abstellen.
In bezug auf die auch von Cusanus selbst betriebene - Pfründenanhäufung meint er, man müsse mit der Anhäufung von Pfründen aufräumen, weil sie nur eine Menge ungebildeter Priester erzeuge und die Laien verbittere (,,et facit laicos clericis infestos esse"). Eine große Zahl von Priestem nütze nicht viel, weil alles Große selten sei. Besser wenige Priester, aber dafür gute (,,Pluralitas sacerdotum non sit multum utilis, quia omne magnum rantm esse debet. Melius enim est paucos habere bonos.")!
Interessant ist im Hinblick auf seine spätere Brixener Tätigkeit auch das 19. Kapitel des II. Teiles der ,,Concordantia catholica", in der die freie Wahl und die Zustimmung des Volkes als maßgebliche Kriterien für die kirchliche Leitungsgewalt bezeichnet werden. Die wahre Würde erhält die priesterliche Gewalt durch die Wahl, wie ja auch das Urteil des Volkes als göttliches angesehen wird (,,Iustam sacerdotibus ordinandis reverentiam servet electio, ut in gravi munere populorum divinum credatur esse iudicium").
Im dritten Teil der ,,Concordantia catholica" entwirft Cusanus ein Programm für die Reform des Reiches. Auch im irdischen Bereich gilt der Konkordanzgedanke; Gesetze müssen durch alle Menschen, für die sie bestimmt sind, gegeben werden. Auch die Vorgesetzten müssen den Gesetzen gehorchen. Cusanus tritt hier für die Wahlmonarchie ein.
Berühmt wurde vor allem das 2. Kapitel des 3. Teiles. Über 700 Jahre hindurch war eine Fälschung der römischen Kurie, die sogenannte ,, Konstantinische Schenkung", nach der Kaiser Konstantin dem römischen Papst die Westhälfte des Römischen Reiches geschenkt hätte, so daß die kaiserliche Macht Karls des Großen und seiner Nachfolger letztlich auf den Papst zurückginge, allgemein anerkannt worden.
Was so lange von niemand ernsthaft bezweifelt wurde, stellte der 33jährige Historiker erstmals als Fälschung hin! Hier erwies er sich ganz als Meister der historischen Kritik: Er studierte die Werke von Hieronymus, Augustinus, Ambrosius und die Konzilsprotokolle sowie die Lebensbeschreibungen der Päpste aus der Zeit Konstantins und fand nichts davon. So konnte er sieben Jahre vor dem italienischen Humanisten Lorenzo Valla und 16 Jahre vor dem Engländer Reginald Pecock beweisen, daß das wichtigste Dokument, auf das sich die Päpste in ihren Auseinandersetzungen mit den deutschen Kaiser zu berufen pflegten, eine Fälschung war.
Die Macht des Kaisers und der Fürsten leitete Cusanus aus der Konkordanz mit den Menschen ab. Die Fürsten müssen das Recht schützen. Er beklagt auch, daß die Bischöfe sich zu viel um das Weltliche kümmern. Das weltliche Regiment schade der Kirche nur. Den Kaisern wirft er vor, oft nur durch Verträge mit den egoistischen Fürsten zur Macht zu gelangen. Auch die Abneigung gegen den Adel kehrt wieder:
Die Adeligen meinen, sie könnten ihre Ehre retten, wenn sie vor einem Überfall einen Absagebrief ausstellten und dann Güter anderer oder der Kirche besetzten. Die Rechtspflege sollte auf jährlichen Reichsversammlungen wiederhergestellt werden. Aus Vertretern des Adels, der Kleriker und auch der Bürger sollten Schöffengerichte gebildet werden.
Das Recht der einzelnen Landschaften, Weistumer und Gesetze sollte gesammelt und zu einem einheitlichen deutschen Reichsgesetzbuch vereinheitlicht werden. Der Formalismus des Rechts sollte gänzlich beseitigt werden, weil oft einfache und arme Menschen durch höchst ungerechte Rechtsverdrehereien und Sophistereien übervorteilt wurden. was er selbst in der Diözese Trier gesehen habe.
Eine starke Zentralgewalt mit einem Reichsheer zur Exekution der Gesetze sollte Frieden und Rechtspflege schutzen. Dann wurde endlich die Schwache des Reiches ein Ende haben, und die Bischöfe könnten sich endlich ganz ihrem geistlichen Beruf widmen und die Verwaltung ihrer Güter den Wirtschaftsfachleuten überlassen.
Wäre der großartige Reformentwurf in Kirche und Staat beachtet worden, wäre die Geschichte vielleicht ganz anders verlaufen. Noch 1815 meinte Josef Gorres, es hätte keiner Reformation bedurft und ware auch nicht zum Untergang des hl. Romlschen Reiches Deutscher Nation gekommen, wenn man den Reformentwurf des Cusanus mehr beachtet hätte.
Freilich muß auch Cusanus selbst an seinem Werk bemessen werden. Theorie und Praxis sind leider oft verschiedene Dinge. Als der Reformtheoretiker zwanzig Jahre später die Verwaltung seiner Diözese übernahm, beging er selbst immer wieder Fehler, die er einst in der ,,Concordantia catholica'' so scharf kritisiert hatte.
Auch in der Philosophie ging Cusanus zurück zu den Quellen. Die erstarrte Scholastik und die Spitzfindigkeiten des Nominalismus interessierten ihn wenig. Er schrieb seine Werke nicht in der Form scholastischer Quästionen, sondern in der Art sokratischer Dialoge.
Neben Ramon Lull und Pseudo-Dionysius studierte er vor allem auch das Werk Meister Eckharts, den er vor dem Vorwurf des Pantheismus in Schutz nahm. Im Glauben sah er die größte Wahrheit ganz sokratisch als Wissen des Nichtwissens. 1440 verfaßte er das Werk ,De coniecturis" (,,Von den Mutmaßungen"), in dem er betonte, daß der Mensch mit seiner Sinneswahrnehmung über Mutmaßungen nicht hinaus komme und kein absolut sicheres Wissen erlangen könne .
Mit dem Verstand könne man nur Produkte des Verstandes wahrnehmen, also z. B. logische und mathematische Gebilde. In ihrem Wesen bleiben uns die realen Dinge immer verborgen. 1440 vollendete Cusanus in Kues auch sein zweites Hauptwerk ,,De docta ignorantia" (,,Vom gelehrten Nichtwissen").
Er arbeitet hier mit dem sokratischen Paradox, daß die wahre Weisheit in der Erkenntnis der eigenen Begrenztheit liegt. Im Sinne der negativen Tneologie, die die Transzendenz Gottes durch das ,,Abstreifen" aller menschlichen Gottesprädikate usw. sicherstellen will, versuchte der Denker, sich Gott zu nähern. Die Welt ist für Cusanus unbegrenzt und ohne festen Bezugspunkt.
Der Mensch aber braucht im Kosmos nicht unterzugehen. Christus ist für ihn der Mittler zwischen Gott und Mensch und bleibendes Vorbild. Bis heute ist die philosophische Theologie nicht über Cusanus hinausgekommen, der in ,,De docta ignorantia" schreibt: ,,Da aber die Verehrung Gottes, ...notwendigerweise in positiven Aussagen über Gott gründet, so nimmt jede Religion in ihrer Gottesverehrung notwendigerweise ihren Aufstieg über eine affirmative Theologie..., wobei sie immer den Kult durch den Glauben bestimmt sein läßt. Sie glaubt demgemäß..., daß das unendliche Licht stets im Dunkel unserer Unwissenheit leuchtet. ...Damit ist jedoch die negative Theologie für die affirmative so unentbehrlich, daß Gott ohne sie nicht als der unendliche Gott verehrt wurde, sondern vielmehr als ein Geschöpf. Eine solche Gottesverehrung aber ist Götzendienst....Die heilige Unwissenheit hat uns die Unaussprechlichkeit Gottes gelehrt, und zwar wegen seiner unendlichen Erhabenheit über alles, was sich benennen laßt. Weil dies unbedingt wahr ist, sprechen wir richtiger von ihm, wenn wir alles Geschöpfliche abstreifen und verneinen. ...Daraus erhellt, daß in theologischen Aussagen Verneinungen wahr und positive Aussagen unzureichend sind.
Ebenso sind die negativen Aussagen um so wahrer, je mehr sie Unvollkommenheiten vom schlechthin Vollkommenen abwehren. 1445 schrieb Cusanus in ,, De quaerendo Deum" (,,Vom Gottsuchen'') über den einzigen Weg, wie der Mensch zu Gott gelangen könne: ,,Das ist uns schon offenkundig, daß wir durch die Wirksamkeit seines Gnadenlichtes zum unbekannten Gott hingezogen werden, der nicht anders erfaßt werden kann, er zeige sich denn selbst. Und er will gesucht werden und will auch dem Suchenden das Licht darbieten, ohne das sie ihn nicht zu suchen vermögen.
Ludwig Wittgenstein, der von vielen Zeitgenossen als der bedeutendste Denker des 20. Jahrhunderts angesehen wird, kommt in seinem ,,Tractatus" im Grunde nicht über die Abgrenzung der Erkenntnisfähigkeit des Menschen bei Cusanus hinaus: die moderne Sprachphilosophie soll die Grenze dessen aufzeigen, was für den Menschen ,,sagbar" ist: für die Erkenntnis Gottes als des für die Menschen wahrhaft Wesentlichen bleibt nach Wittgenstein wie nach Cusanus die ,,mystische Schau" die einzige Möglichkeit.
Für die Wirkung der ,,Docta ignorantia" gibt es ein schönes Zeugnis in einer Randbemerkung des Nikolaus Kopernikus, der einen zeitgenössischen französischen Philosophen mit der Glosse kommentiert, daß Cusanus das im ersten Buche von ,,De docta ignorantia" besser ausgedrückt habe." Das Werk wurde schnell bekannt. Aus der Zeit vor dem ersten Druck sind davon 17 Handschriften bekannt, darunter eine aus dem Kartäuserkloster Allerengelberg im Schnalstal.
1442/ 43 verfaßte der Heidelberger Universitätsprofessor Johannes Weiick (gestorben 1460) ein Werk ,,De ignota litteratura", auf das Cusanus 1449 mit der,, Apologia doctae ignorantiae" antwortete. Wenck, der sich erst nach 1439 der Partei des Basler Konzils zuwandte, suchte Cusanus als Pantheisten zu verdächtigen. Die cusanische Definition Gottes als des Zusammenfalls der Gegensätze bezeichnete er als Zusammenfall der Schöpfung mit Gott. Er wisse nicht, schrieb Wenck, ob es je einen so schlimmen Ketzer wie den Cusanus gegeben habe."
Cusanus verteidigte sich und nahm auch Meister Eckhart gegen den Vorwurf des
Pantheismus in Schutz. Wenck antwortete darauf mit einem Werk ,,De facie scolae doctae
ignorantiae", in der die Schule des Cusanus als im Widerspruch zu den gängigen
Lehrmeinungen der Universitäten kritisiert wird! Wenck hatte mit seiner Verleumdung
insofern Erfolg, als seither immer wieder der unberechtigte Vorwurf, Cusanus sei ein
Pantheist gewesen, auftaucht. 
Die Gegnerschaft war eher politisch begründet,im Werk selbst gab es durchaus Berührungspunkte zwischen den Theologen. Daß es um 1450 schon eine,, Cusanusschule" gab, bezeugt auch ein Brief des Tegernseer Theologen Johannes Keck an Cusanus, in dem es heißt, daß das Werk weit und breit gerühmt werde.
Bei der Gegnerschaft zu Cusanus spielte sicherlich auch der Neid eine Rolle. Möglicherweise läßt sich auch eine Äußerung des Johannes von Segovia darauf zurückführen, der in einem Bericht über den Nürnberger Reichstag von 1438 erwähnt, Cusanus habe damals gesagt, beim Basler Konzil könne ja nichts Gutes herausschauen, da die Veranstaltung unter einer ungünstigen Konstellation der Gestirne stehe.
Daß Cusanus der Astrologie zuneigte, geht auch aus einer Bemerkung hervor, daß das Jahr 1433, in dem er Karriere gemacht habe, als im Zeichen des Krebses stehend für ihn besonders glückbegünstigt sei. Auch Enea Silvio hing der Astrologie an; den Ausbruch der Pest in Basel 1437 führte er auf astrologische Ursachen zurück, da nach Aussage der Astrologen Jupiter mit dem Schwanz der Schlange zusammengestoßen sei. Noch als Papst Pius II. soll er astrologiegläubig gewesen sein.
Man muß es aus der Zeit heraus verstehen, daß Cusanus auch versuchte, den ,,Jüngsten Tag" auszurechnen. In der ,,Coniectura de ultimis diebus" (,,Mutmaßung über die jüngsten Tage") berechnete er die Zeit der Auferstehung für 1700 bis 1734. Doch Cusanus verfiel nicht allein in derlei Spekulationen; dies lag im Geist der Zeit.
Interessanterweise wurde ausgerechnet dieses Werk des Cusanus als erstes gedruckt und am schnellsten verbreitet - bereits 1471 in Paris zusammen mit einem anderen Traktat über dieses Thema. 1562 erschien es in Paris in französischer Übersetzung, 1696 erschien es in England in Englisch, 1700 wurde es in Amsterdam in Französisch und Latein neu gedruckt, und endlich erschien es 1745 in Frankfurt am Main als erstes Werk des Cusanus in deutscher Sprache unter dem Titel ,,Des im XV Seculo, nemlich circa annum 1486, gelebten und durch seine gelehrten Schriften sehr beruhmten Cardinals Nicolai de Cusa Muthmassung von den letzten zeiten".
Wie alle großen Menschen war Cusanus gleichzeitig ein Kind seiner Zeit und damit auch den Irrtümern der Zeit verhaftet wie auch seiner Zeit weit voraus. Obwohl er einerseits noch ganz ein Mensch des Mittelalters war, hat er doch als Philosoph den Menschen hinsichtlich der Möglichkeit der Gotteserkenntnis an eine Grenze geführt, die nicht nur noch heute gilt, sondern auch in Zukunft nicht überschritten werden kann.
(Quelle Wihelm Baum Nikolaus Cusanus in Tirol, Athesia 1983)