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| Bernkastel-Kues, Besatzung durch fremde Truppen | |
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| Feldpostkarte der 90. amerikanischen Division aus Texas/Oklahoma |
Am 2. Dezember 1918 erschienen die ersten Besatzungstruppen, ein amerikanisches Infanterie - Regiment, das nach Trarbach marschierte. Der 3. Dezember brachte der Stadt Einquartierung, die bis zum Rücktransport in die überseeische Heimat im Mai 1919 in Bürgerquartieren hier ihr Standquartier behielt. Am 4. Dezember 1919 waren alle Schulsäle von der amerikanischen Besatzung in Anspruch genommen," die mit einer Stärke von 3500 Mann eingerückt war. Die weiteren Dezembertage zeigten uns den Durchzug zahlreicher amerikanischer Kolonnen: Infanterie, Maschinengewehr - Abteilungen, Artillerie mit Kanonen und Tanks. - Seit dem Abzug der Amerikaner ist ein höherer französischer Offizier, dem ein Adjutant zur Unterstützung und ein Gendarmerie-Kommando zugeteilt ist, mit der Wahrnehmung der Geschäfte der interalliierten Rheinland - Kommission betraut.
Im Mai 1921 bezog das 8. französische Infanterie - Regiment in Bernkastel - Cues auf einige Wochen Quarrier. Als Unterkunftsräume dienten zu Massenquartieren und Geschäftszimmern hergerichtete Schul- und andere Säle. Am 27. Juni 1921 rückten die Franzosen wieder ab. Zwischen der amerikanischen und französischen Besatzung und der Zivilbevölkerung kam es zu keinen Streitfällen.'
Während der Besatzungszeit sind der Stadt Bernkastel-Cues folgende Kosten entstanden :
| Von 1918 bis einschließlich 1923 | rd. 200.000 Goldmark |
| 1924 | 40.301 Goldmark |
| 1925 | 17.325 Goldmark |
| 1926 | 5.343 Goldmark |
| 1927 | 3.920 Goldmark |
| 1928 | 3.571 Goldmark |
| 1929 | 2.047 Goldmark |
| 1930 | 148 Goldmark |
| Summe | 272.560 Goldmark |
Hinzu kommen noch die Kosten der Einrichtung und Möbelbeschaffung für die Delegation, Wohnung der Delegierten und der Gendarmen.
Folgende Zusammenstellung enthält lediglich die Einquartierungslasten der amerikanischen Besatzung. Es waren einquartiert:
Vom 4. 12. bis 20. 12. 1918 im Stadtteil Bernkastel 3 687, im Stadtteil Cues 6 247, zusammen 9934 Offiziere und Mannschaften;
vom 20. 12. 1918 bis 28. 12. 1919 im Stadtteil Bernkastel 2559, im Stadtteil Cues 6829, zusammen 9488.
Während dieser Zeit waren in der Stadt eingerichtet: 55 Küchen, 206 Kantinen, 33 Büros. Ein Bild des Schadens, den die Einwohner und besonders auch die von den Masseneinquartierungen der Beschlagnahme betroffenen Hotels erlitten haben, ergibt sich aus den vorstehenden Zahlen.
Die während der amerikanischen Besatzungszeit in der hiesigen Gegend verstorbenen Militärangehörigen wurden seinerzeit auf einem besonderen Soldatenfriedhof neben dem evangelischen Friedhof (am Bergweg) beerdigt. Seit dem 16. 8. 1920 ist man dabei, diese 24 Leichen amerikanischer Soldaten auszugraben, um sie in ihre Heimat zu überführen.
Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit Franz Schmitt