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  Von den Lebensweisen der Bauern

Die Bauern waren infolge der Leibeigenschaft an die Scholle gebunden. Hatten sie alle Abgaben an ihre Grundherrn entrichtet, so blieb für sie nicht allzu viel übrig. Der Anbau des Bodens war nicht nur unvollkommen, sondern auch unbedeutend. Große Strecken lagen öde. In unfruchtbaren Jahren brach oft Hungersnot aus. Korn, Hafer, Weizen, Gerste, Bohnen, Erbsen, Linsen, Kappus, Rüben, Hanf und Flachs gehörten zu den Haupterzeugnissen. Das Rindvieh, die Pferde, die Schafe und Schweine wurden auf große Weiden getrieben. Für ihre Pflege sorgten Hirten. Müller und Bicker hatten Esel. Die Zucht an Gänsen, Hühnern, Kappen, Enten und Bienen war beträchtlich.

Die Lebensweise der "armen Leute" war dürftig. Ihre Nahrungsmittel bestanden aus den Erzeugnissen des Bodens und der Viehzucht. Fleisch, Hafersuppen, Erbsen, Brot, Eier, Käse, hin und wieder auch Gemüse wurde auf den Tisch gebracht. Einfach war die Kleidung. Die Männer trugen ein leinenes, langes Oberkleid, Hosen und ein Brusttuch aus Wolle oder Linnen. Schuhe schützten die Füße, man nannte sie Bundschuhe, wenn sie über die Knöchel reichten und da gebunden wurden. Die Weiber kleidete ein weites Obergewand; in den Dörfern gingen sie an Festtagen im schwarzen Tuchmantel einher. Aus Holz und Lehm waren die kleinen Wohnhäuser erbaut und mit Stroh gedeckt. Glasfenster hatten sie in der früheren Zeit nicht. Solche fand man höchstens in den Kirchen und auf den Herrensitzen. Die Bauern konnten sich diesen Luxus nicht gestatten. Kerzen und Kienspäne erhellten während der langen Winterabende die dumpfen Stuben.

So geplat die Bauern auch waren, so fehlte es ihnen doch nicht an Belustigungen. Sie vertrieben sich die Zeit mit Kegelschieben, Spielen auf dem Brette, mit Karten und Würfeln. Lustige und Schaurige Erzählungen verkürzten manche Stunde Festliche Tage waren die "Kerben",allen voran die beiden, die an der Nunkirche an Maria Himmelfahrt am 15. August und an Maria Lichtmeß am 2. Februar gehalten wurden.

Schon früher war mit diesen "Kerben" ein Jahrmarkt verbunden. Wie noch Heute, so war es auch damals eine Hauptfreude für die Bauern, nach diesen Märkten zu wandern, um sie dort am Klosterwein zu laben, der in einer eigens erbeuten Hütte ausgeschenkt und von den Landleuten aus Töpfen, die sie auf den Markt mitnahmen, getrunken wurde. Dabei machten Fiedler Musik und die Paare drehten sich im Tanze.

Nach altem Herkommen fanden bei Verlobungen und Trauungen "Imse" statt. Solche reihten sich auch an Taufen und Begräbnisse an. Nicht selten arteten sie aber in wüste Schmausereien und Gelage aus, wobei es häufig zu Schlägereien kam. Diesem Unwesen suchten die Grafen von Sponheim zu steuern, indem sie bestimmten, daß zu dem Brautmahle, das bei der Hochzeit nach dem Kirchgang gegeben werde, in der Stadt von beiden Teilen nicht mehr als 25, auf dem Lande höchstens 20 Personen zu lagen seien. Bei Verlobungen und Kindtaufen sollte sich die Zahl der Gedecke in der Stadt auf 10 und in den Dörfern auf 8 beschränken.

Für die elenden und siechen Leute waren wohltätige Anstalten gegründet worden, die unter der Obhut der Kirche standen, so in Kirchberg, Simmern und Chumbd. In diesen Spitälern wurden die Dürftigen und Kranken verpflegt, Fremde beherbergt und der leidenden Menschheit nach Kräften geholfen.

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Nachrichten an Franz - Peter Kropp