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| Abt Johannes Trithemius , Das Kloster Sponheim. | |
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| Bad Kreuznach |
Zu den bedeutendsten Klöstern der linken Rheinseite zählt das durch Graf Stephan zu Sponheim gegr. Kloster Sponheim, dessen Trümmer bei dem gleichnamigen Orte im Kreise Kreuznach noch sichtbar sind. Ursprünglich befand sich dort eine im Jahre 1044 erbaute Kirche. Der Bau des Klosters, zu dessen Vollendung Stephans Sohn Meginhard mit beigetragen hat, war 1124 fertig. Es erhielt den Namen Sponheim und wurde dem Benediktinerorden übergeben.
Das Kloster Sponheim wurde ähnlich wie das Kloster Ravengiersburg bei seiner Gründung reich beschenkt. Auch sein Reichtum war groß. Es hatte Besitzungen in Kreuznach und Meisenheim. Reiche Güter im heutigen Rheinhessen und auf der rechten Rheinseite in Geisenheim und Winkel. Auch die Burg Koppenstein hat es eine Zeitlang besessen. Das Kloster besaß soviel Weinberge, daß es in einem Jahre bis zu 100 Fuder Wein keltern konnte.
Der gottesdienstlichen Geräte waren in der älteren Zeit sehr wertvoll. Die zahlreichen Reliquien wurden in kostbaren Gefäßen aufbewahrt. Besonders kostbar war der Abtshut, der mit Edelsteinen reich besetzt war.
Da das Kloster in späteren Jahren infolge von Mißwirtschaft oft die Schulden nicht bezahlen konnte, wurden viele dieser Kunstschätze versetzt und verkauft. Auch manches Stück Land wurde im 14. und 15. Jahrhundert veräußert.
Das klösterliche Leben vollzog sich bei den Benediktinern ungefähr in den gleichen Formen wie bei den Augustiner-Chorherrn in Ravengiersburg. Auch war die Verwaltung eine ähnliche. Der Leiter führte hier den Namen Abt.
Die Regel des hl. Benediktus stellt als obersten Grundsatz auf: "Bete und arbeite." Neben den gottesdienstlichen Übungen wurden die Mönche zur Arbeit angehalten. Sie besorgten das Abschreiben von Büchern und erteilten Unterricht in der Klosterschule, in den nicht nur die Zöglinge des Klosters, sondern auch andere wißbegierige Jünglinge in den sieben freien Künsten unterrichtet wurden. neben den Mönchen waren in dem Kloster auch dienende Brüder. Sie leisteten unter der Obhut eines Mönches alle niedrigen Dienste. Wenn gebaut wurde, war fast ununterbrochen geschah, fuhren sie Holz und Steine, Kalk, Sand und Wasser herbei und verrichteten alle Handlangerdienste. Sie bestellten Äcker und Weinberge, besorgten das Vieh und pflegten die Obstbäume. Im Hospital, das bei dem Kloster war, fanden Arme und Kranke liebevolle Aufnahme.
Der Abt Trithemius.
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| Alte Buchseite |
Trithemius wurde im Alter von 21 Jahren zum Abte des Klosters Sponheim gewählt. Seine Heimat ist der Ort Trittenheim an der Mosel, unweit Trier. Die Eltern waren unbemittelte Leute, die sich von Weinbau ernährten. In seinem 15. Lebensjahre erwachte in ihm eine unwiderstehliche Liebe zu den Wissenschaften. Er ging nach Trier und von dort nach Heidelberg und erwarb sich da eine gelehrte Bildung. Von Heidelberg aus wollte er mit einem Freunde seine Heimat besuchen. Mitte Winter kamen beide am Kloster Sponheim vorbei. Um Schutz vor einem Schneesturm zu suchen, kehrten sie dort ein. Trithemius hatte seinem Begleiter vorher gesagt: "Wenn ich ins Kloster gehe, bleibe ich dort." Und so geschah es auch. Er wurde Mönch. Seine Geistesüberlegenheit war so groß, daß man ihn, den jüngsten aller Mönche, noch im selben Jahre 1483 zum Abte wählte.
Als Abt suchte er zunächst die Mönche im richtigen Klostergeist zu erziehen. Die Klosterbücherei brachte er von 48 auf 2000 Bände. Darunter waren viele kostbare und seltene Werke. Weithin wurde diese Büchersammlung gerühmt und gesagt, daß sich eine ähnliche in ganz Deutschland nicht wiederfinde. Viele fürstliche Personen und angesehene Gelehrte besuchten das Kloster. Solche Besuche gereichten dem Abte zur Freude. Viele Mönche aber achteten die Wissenschaften gering und fühlten sich durch die Anwesenheit hervorragender Männer beengt, sie fingen an über ihren Abt zu murren. Als Trithemius einmal längere Zeit von Sponheim abwesend war, sannen die Mönche auf seine Absetzung. Dadurch wurde ihm die Rückkehr verleidet, und er nahm eine Abtstelle in Würzburg an. Dort ist er im Jahre 1516 gestorben. Trithemius hat viele Bücher geschrieben. Das Volk hielt ihn für einen Zauberer. Man erzählt von ihm folgende Sage.
Trithemius reiste einmal ins Frankenland. In seiner Begleitung war auch ein vornehmer
Mann, ein kaiserlicher Rat. Sie kamen in ein Wirtshaus. Da gab es nichts Gutes zu essen
und zu trinken. Der Abt klopfte an das Fenster und sprach: "Adfer!" d. h. bringe
her. Nicht lange demnach wurde eine Schüssel mit einem gekochten Hecht und eine Flasche
Wein zum Fenster hereingereicht. Davon aß der Abt, seine Begleiter aber verzichteten
darauf, weil sie Abscheu davor hatten.
Einmal war ein fremder Doktor im Kloster. Trithemius setzt ihm Wein vor. Aus der Kanne
aber lief kein Tropfen, obwohl der Doktor mit seinem Messer öfters hineinstieß. Über
Nacht ward es dem Gaste unheimlich. Früh am Tage wollte er abreisen. Der Fuhrmann aber
konnte den Wagen nicht von der Stelle bringen, weil die Pferde immer seitwärts sprangen.
Sie liefen so lange um das Kloster um und um, bis der Doktor ausstieg und zu Fuß nach
Kreuznach ging. Der Abt aber lag im Fenster, sah zu und lachte. (Nach Schneegans.)