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| Abt Johannes Trithemius , Unvergessene Moselheimat | |
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| Weinlese in Mittelalter |
Trithemius fühlte sich nicht glücklich im Jakobskloster zu Würzburg, das ein kümmerliches Dasein führte. Seine Empfindungen wurden laut in einem Brief an seinen Freund, den Pater Bracht, Prior in der Abtei Sankt Matthias zu Trier: "lch bin jener Trithemius, den Gelehrte und Ungelehrte wie ein Orakel des Apollo ansahen, dessen Lob in aller Munde war. Könige und Fürsten hielten mich für etwas Großes, und Kirchenfürsten, von dem Rufe meines Namens angetrieben, wünschten mich zu sehen, mich zu sprechen und in die Beratung ihrer wichtigsten Angelegenheiten zu ziehen. Wundern wirst Du Dich, wieso ich den Ort, den ich berühmt gemacht habe, zugleich mit dem kostbaren Vorrat an Büchern, aufgegeben habe, um an diesen obskuren, nur sehr wenig bekannten Ort überzusiedeln." "Wenn es sein muß, ist die ganze Welt mein Vaterland!" hatte er beim Scheiden den widerspenstigen Mönchen von Sponheim zugerufen: "Ein Himmel wölbt sich über die Erde. Gott ist überall." Er war in der Welt daheim; aber sein Herz gehörte stets der Moselheimat. Mit ihr, besonders mit der Mutter und dem Stiefbruder Jakob, stand er ständig in Briefwechsel.
Männer aus der Heimat waren seine Schüler. Lange hoffte er, in Trier als Geschichtsschreiber des Trierer Landes wirken zu können; aber nach dem Tode seines Gönners, des Kurfürsten Jakob II. von Baden, zerschlugen sich diese Hoffnungen. "Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande!" schrieb er damals dem Prior von Sankt Matthias: "Die Fremde habe ich zu verherrlichen gesucht; aber kein Königreich, keine Provinz, keine Stadt mehr als meine uralte Heimat, das Moselland, das sich einst Herrin und Haupt zu sein rühmte aller Völker Europas."
Der Heimat galt seine allerletzte Arbeit; er feierte sie kurz vor seinem Sterben in einer Lebensbeschreibung der trierischen Heiligen Irmina. Am 13. Dezember 1516 besuchte ihn der Tod an seinem Schreibpult, er war erst 55 Jahre alt. Seine sponheimische Bibliothek bildet heute einen Teil der vatikanischen Bibliothek zu Rom. Sein schönes Grabmal in der Neu-Münsterkirche zu Würzburg schuf Tilma Riemenschneider, und auch sein Heimatdorf Trittenheim erstellte ihm am Moselufer einen Gedenkstein, nachdem die überlebenshohe Abtsgestalt auf der früheren Brücke vom Krieg zerstört worden war.
Quellen: Jahrbuch der Kreise Bernkastel Wittlich 1977,Peter Kremer