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| Abt Johannes Trithemius , Abschied von Sponheim | |
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| Walter von der Vogelweide |
In der Führung seines Klosters war er von unerbittlicher Strenge. Sein Vorgänger, wegen Unfähigkeit abgesetzt, hatte ihm eine arge Schuldenlast hinterlassen. Die Hauptgefälle waren verschleudert, verpfändet oder nicht greifbar.
Sittenlosigkeit der Oberen hatte die Untergebenen des Gehorsams entwöhnt und die Zucht in Zuchtlosigkeit ausarten lassen. Die Gebäude waren verfallen, Äcker und Gärten unbestellt. Trithemius gelang es, die wirtschaftlichen Verhältnisse seines Klosters wieder auf gesunde Grundlage zu stellen, die Gebäude aus dem Schutt zu erheben, die Schulden zu tilgen, Einnahmen und Ausgaben ins richtige Verhältnis zu setzen.
Wichtiger aber sein Wirken zur inneren Reform. Die Zügellosigkeit mußte strengster Ordnung weichen, und wissend, daß Müßiggang aller Laster Anfang ist, verlangte er von seinem Konvent unermüdliches Studium, Vervollkommnung in der Theologie, in der lateinischen und griechischen Literatur. "Gelehrsamkeit ist die beste Waffe gegen Zuchtlosigkeit!" hielt er den Mönchen immer wieder entgegen. "Wissen ist Lieben!" Wegen dieser Strenge kam es zu Zwistigkeiten mit der Mehrheit im Konvent, und da er kein Streiter war, entwich er schließlich den Ränken und floh 1505 aus der Stille in die unruhige Ferne. Er flüchtete zuerst nach Kreuznach, dann zum Kurfürsten Philipp nach Heidelberg; Kaiser Maximilian I. lud ihn nach Köln ein; er folgte jedoch dem Rufe des brandenburgischen Kurfürsten Joachim I. nach Berlin, wo er neun Monate als Lehrer des Kurfürsten tätig war. Auf dessen Rat gründete er in Frankfurt an der Oder eine Universität, der Dorfjunge aus Trittenheim, aber eine Professur schlug er ab.
Er brauchte die Stille, die Besinnlichkeit, und der schlichte Mönch, der er stets geblieben war, hatte das Hofleben schnell satt. Er übernahm, da ihm Sponheim verwehrt blieb, die Abtstelle im Schottenkloster Sankt Jakob in Würzburg. Es war dies ein kleines Kloster mit geringen Einkünften. Hier entstanden seine letzten historischen Schriften, eine Chronik des Klosters Sankt Jakob und, wie vom Heimweh diktiert, die Chronik des Klosters Sponheim und die Annales Francorum, ein Geschichtswerk über seine moselfränkische Heimat.
Die Gesamtzahl seiner Werke beträgt mehr als achtzig, wenngleich nur ein Teil im Druck erschien. Kritiker urteilen, daß seine zahlreichen asketischen Schriften über das Ordensleben, sowie seine Reden und Briefe sich durch Gehalt, Wärme und Formschönheit auszeichnen. Sein Gelehrtenlexikon "Über die kirchlichen Schriftsteller", seine Literaturgeschichte, die erste dieser Art in Deutschland, "Katalog der berühmten Männer Deutschlands", sind noch heute dem Forscher unentbehrlich.
Quellen: Jahrbuch der Kreise Bernkastel Wittlich 1977, Peter Kremer