![]() |
| Der Dreißigjährige Krieg , fremde Truppen an der Mosel | |
![]() |
| Fenstersturz in Prag (Stich von Merian) |
Der Dreißigjährige Krieg war ein Religionskrieg. Mit Gewalt wollte man dem Volk den rechten Glauben beibringen. Als Grundsatz galt nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555: Cuius regio eius religio - wessen die Gegend, dessen die Religion, d. h. die Religion des Landesherrn ist die Religion der Untertanen.
Nach den Aufzeichnungen im St.-Nikolaus-Hospital zu Kues rückten 1631 achthundert Kriegsleute auf ein halbes Jahr in Cues ein, von 1631 bis 1636 befanden sich französische, 1641 ,,kohlenbrandsche Soldaten", 1645 lothringische Truppen, 1649 schwedische Offiziere und 1650 wieder lothringische Soldaten unter dem Herzog von Lothringen in Cues.
In seiner Geschichte des Schlosses Landshut bei Bernkastel berichtet Rektor Matthias Martini (1827-1842): ,,Bewohnten nun gleich die Kurfürsten noch zu verschiedenen Zeiten das Schloß Bernkastel, so stand es doch nicht lange hernach traurig um die Besatzung von Landshut. Die Hut des Schlosses war Frondienst der Gemeinden geworden, welche zu demselben gehörten.
Die Unruhen des Dreißigjährigen Krieges mußten aber wohl zu größerem Ernste stimmen, als bisher hier herrschte. Das Domkapital zu Trier sieht sich deswegen auch in dem Jahre, wo die Spanier den Erzbischof Philipp Christoph von Sötern in Trier aufheben, um ihn einer zehnjährigen Gefangenschaft zu übergeben, veranlaßt, strengen Befehl zu erlassen, das Schloß Bernkastel in wehrhaften Zustand zu stellen und gut besetzt zu erhalten.
Johann Gerhard Metternich erließ demzufolge unterm 2. April 1635 die strengste Order nach Bernkastel, das Schloß durch Schützen, vorzüglich aus den Amtsdörfern Graach und Cues, dann aber auch überhaupt aus den Amtsbezirken Wittlich, Baldenau und Hunolstein sorgfältig bewachen zu lassen.
Zum Offizier und Kommandanten des Schlosses war Franz Osorius, Bürger von Bernkastel, als ein Mann, der sich schon früher öfters in Kriegszeiten tüchtig bewährt hatte, ernannt. Den Wehrpflichtigen war in strengem Ernste anbefohlen, dem ernannten Kommandanten in allem, was den Dienst des Schlosses betreffe, den gehörigen Respekt und gebührlichen Gehorsam zu leisten, alles unter unvermeidlicher Herrenstrafe. Weiter war bedeutet, daß man sich im Zögerungsoder Weigerungsfalle genötigt sehe, fremde Soldaten zu werben und zu Bernkastel einzulegen und die Widerspenstigen exemplarisch zu strafen. Endlich ward allen Amtsuntertanen streng auferlegt, sich mit Gewehr, Kraut und Loth stündlich fertig zu halten, daß man sich ihrer erforderlichenfalls zu ihrem und des ganzen Erzstiftes Schutze bedienen könne.
Welchen Erfolg diese Order gehabt hat, ist hier nicht bekannt. Nur soviel ist gewiß, daß der Anführer des französisch-weimarischen Heeres, der Herzog von Longueville, Schwager des großen Conde, Bernkastel wie auch Bingen, Kreuznach und Kastellaun im Herbst 1639 eingenommen hat.
Unter wechselnden Heerzügen hat das trierische Gebiet so erschrecklich gelitten, daß sich die meisten trierischen Untertanen nach der Rückkehr ihres Fürsten aus der Gefangenschaft zu Wien sehnten, hoffend, daß mit dem Fürsten der Friede wiederkehren werde. Kaum war aber Philipp Christoph im Jahre 1645 aus seiner Gefangenschaft entlassen und in seinem Kurfürstentum angelangt, so erneuerte er seine alten Feindseligkeiten, welche auch für Bernkastel neuen Nachteil brachten.
Während Philipp Christoph von Sötern in seiner Fehde mit dem Domkapitel Hilfe von Frankreich erhält, zieht das Domkapitel die Lothringer zum Schutze des Landes gegen denselben heran. Bei dieser Veranlassung ward im Jahre 1650 das Schloß Landshut, welches die Lothringer besetzt hielten, vom französischen General Rosen beschossen, aber auch bald wieder verlassen, während Zell schrecklich mitgenommen ward. Überhaupt ward bei dieser Gelegenheit das Erzstift von Feinden und Freunden während dreier Monate hart gedrückt und stark verwüstet.
Diesem traurigen Zustande ward endlich durch den trierischen Friedensschluß vom 23. August 1650 ein Ende gemacht. Aus diesem Friedensschlusse ergibt sich auch, daß die Befestigung von Bernkastel in der letzten Zeit ohne Zustimmung des Domkapitels erweitert und verstärkt und manches Privateigentum verletzt worden war. Es ward daher auch unter anderem die Friedensbedingung gestellt, daß die neu angelegten Werke zerstört und den alten Besitzern zu Bernkastel ihre Güter wiedergegeben werden sollten."
Auch die Umgegend von Bernkastel war von fremden Kriegsvolk heimgesucht. Laut Eintrag im Bernkasteler Taufbuch vom 11. Juni 1632 über Longkamp sind durch ,,daß Schwedisch feinds Volck der gantzen Gemeind Kühe daselbst entführt worden". Am 13. Juny ist ,,daß Schwedische feindts Volck auß Graach, Zeltang und Rachtig an und darous gezogen".
Quelle: Bernkastel im Wandel der Zeit, Franz Schmitt
![]()
![]()